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Ringelnatz-Stadt Wurzen gewinnt beim sächsischen Innenstadt-Wettbewerb »Ab in die Mitte!«
Unter dem Motto »Cooler Kern statt grauer Stein« hat der 23. sächsische Innenstadt-Wettbewerb »Ab in die Mitte! Die City-Offensive Sachsen« kreative, überraschende und nachhaltige Ideen zur Belebung der Ortszentren gesucht. Der mit 60.000 Euro dotierte Hauptpreis geht in die Große Kreisstadt Wurzen (Landkreis Leipzig). Sie überzeugte die Jury mit ihrem Konzept für den Badergraben, der wieder sicht- und erlebbar werden soll. Chemnitz und Mittweida (Landkreis Mittelsachsen) erhalten jeweils einen zweiten Preis. Über je einen dritten Preis freuen sich Frohburg (Landkreis Leipzig), Sebnitz (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) und Werdau (Landkreis Zwickau). Die überzeugendsten Vorhaben wurden heute auf der Messe »denkmal 2026« in Leipzig ausgezeichnet. »Unsere Innenstädte haben Zukunft – wenn wir gemeinsam anpacken und sie mit Weitsicht gestalten. Die erneute Rekordbeteiligung mit 77 Vorhaben von 63 Kommunen zeigt, dass den Sachsen ihre Ortszentren am Herzen liegen. Ich danke allen Beteiligten für ihr Herzblut, das in jeder Bewerbung steckt und förmlich zu spüren ist«, sagt Wirtschaftsminister Dirk Panter und gratuliert der Gewinnerstadt: »Wurzen setzt unser Jahresmotto durch mehr Grün, Wasser, Schatten und Aufenthaltsqualität ganz konkret um. Die Maßnahmen verbinden Klimaanpassung, Stadtgeschichte, Kultur, Handel und Begegnung in hervorragender Weise. Ich wünsche diesem und allen anderen eingereichten Vorhaben viel Erfolg bei der Umsetzung.« Das Wurzener Konzept sieht vor, den einst offenen und beinahe in Vergessenheit geratenen Badergraben wieder an das Tageslicht und damit in das Bewusstsein der Bürger zu holen. Die Stadt will einen historisch bedeutsamen Teil des Zentrums als zusammenhängenden Wasser-, Aufenthalts- und Erlebnisraum entwickeln und dabei auch einen Bezug zu ihrem wichtigsten Protagonisten – dem Dichter Joachim Ringelnatz – herstellen. Geplant sind u.a. Sitzstufen am Ufer des Grabens, ein grünes Stadtambiente mit Pflanzeninseln und Blühwiesen, Spielmöglichkeiten für Kinder, ein schattenspendender Durchgang im Ringelnatz-Gässchen und PV-Überdachungen für Autos. Die Schirmherrschaft, die jährlich zwischen den Staatsministerien für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz (SMWA) und Infrastruktur und Landesentwicklung (SMIL) wechselt, lag 2026 beim SMWA. Mit seinem Sonderpreis »Einzelhandel« würdigt das SMWA in diesem Jahr das Engagement der Stadt Annaberg-Buchholz (Erzgebirgskreis), die eine Murmelbahn-Erlebnisroute konzipiert hat. Diese Idee fördert einen nachhaltigen wirtschaftlichen Kreislauf, bei dem der Erwerb der Murmeln die Besucher gezielt zu Geschäften und Restaurants führt. Das SMIL vergibt seinen Sonderpreis »Innovative Jugend« 2026 an Limbach-Oberfrohna. Die Stadt im Landkreis Zwickau plant »Sinnes-Safaris«, bei denen Jugendliche den Stadtkern anhand von Geräuschen, Gerüchen, Licht und Atmosphäre erkunden. Aus den gewonnenen Eindrücken entwickeln sie im »CoolerKernLab« eigene Ideen für Begrünung, Beleuchtung, Farben und Stadtmöbel. Staatsministerin Regina Kraushaar sagt: »Eine lebendige Innenstadt braucht Orte, an denen sich Menschen gern aufhalten und begegnen. Wie solche Orte für junge Menschen aussehen können, wissen sie selbst am besten. Limbach-Oberfrohna traut ihnen zu, ihre Ideen einzubringen und die Stadtmitte mitzugestalten. Dafür erhält die Stadt unseren Sonderpreis ›Innovative Jugend‹. Ich gratuliere herzlich und danke allen, die sich mit ihren Ideen für die Zukunft ihrer Städte und Gemeinden einsetzen und dabei Kindern und Jugendliche sehen, ihnen zuhören und ihnen Gestaltungsrechte eröffnen.« Alle Preisträger auf einen Blick Die meisten Auszeichnungen gehen in den Erzgebirgskreis und Landkreis Zwickau (je vier Preise) sowie in die Landkreise Görlitz und Leipzig (je drei). Die Vorhaben von Werdau und Ostritz erhalten je zwei Preise. Chemnitz hat die Jury als einzige Kommune mit zwei verschiedenen Projekten überzeugt. 1. Preis (60.000 Euro) * Große Kreisstadt Wurzen: »Wasser verbindet – Badergraben wird zur Stadtoase« 2. Preis (jeweils 40.000 Euro) * Stadt Chemnitz: »Düsseldorfer Platz Chemnitz – Die neue ,coole‘ Mitte!« * Große Kreisstadt Mittweida: »MiTTendurch – der coolste Weg durch Mittweida« 3. Preis (jeweils 20.000 Euro) * Stadt Frohburg: »Grünes Wohnzimmer Frohburg« * Stadt Sebnitz: »Die ,MARKTHALLE‘ – KAFFEE * LOUNGE * KULTUR« * Große Kreisstadt Werdau: »Sieben Gründe zu bleiben – der coole Kern sind wir« Sonderpreise * Große Kreisstadt Annaberg-Buchholz: Sonderpreis »Einzelhandel« des SMWA (15.000 Euro) für das Projekt »kugelrund & kunterbunt – Zauberhafte Stadterkundung mit der GOLDenen Märchenmurmel« * Große Kreisstadt Limbach-Oberfrohna: Sonderpreis »Innovative Jugend« des SMIL (15.000 Euro) für das Projekt »Geräusche, Gerüche, Gefühle – Die unsichtbare Stadt« * Große Kreisstadt Werdau: Sonderpreis »Stadt | Planung | Recht« (Sachpreis) für das Projekt »Sieben Gründe zu bleiben – der coole Kern sind wir« * Stadt Ostritz: Sonderpreis »Digitalisierung« (Sachpreis) für das Projekt »Schätze finden, Schätze zeigen, Schätze teilen« * Große Kreisstadt Annaberg-Buchholz: Sonderpreis »Licht« (Sachpreis) für das Projekt »WOW statt GRAU – Spitzenmäßig Identität und Tradition (er)leben« * Stadt Grünhain-Beierfeld: Sonderpreis »Bürgerbeteiligung/Gemeindeentwicklung« (Sachpreis) für das Projekt »Neue Mitte Beierfeld – vom grauen Stein zum lebendigen Ortskern« Anerkennungspreise (jeweils 10.000 Euro) * Stadt Ostritz: »Schätze finden, Schätze zeigen, Schätze teilen« * Große Kreisstadt Borna: »Wasser schreibt Geschichte« * Stadt Chemnitz: »Lerninsel – Dein Study Spot im Coolen Kern der Chemnitzer City« * Stadt Ehrenfriedersdorf: »Lesegarten am Grünen Band – Cooler Kern für Ehrenfriedersdorfs neue Mitte« * Große Kreisstadt Eilenburg: »Vom Markt bis zu den Sternen – Die Innenstadt als gemeinsamer Erlebnis- und Bildungsraum« * Stadt Glauchau: »Treffpunkt Hüftgold – Ein Ort der Begegnung« * Große Kreisstadt Großenhain: »Grüne Stube Großenhains – Da poppt was auf!« | Reallabor klimaresiliente Innenstadt * Stadt Leisnig: »Stadt gut draußen – Leisnigs Drittes Zimmer« * Große Kreisstadt Pirna: »Der Marktgarten zu Pirna – Ein klimaresilienter Spiel-, Lern- und Generationenraum mitten im Herzen der Steinstadt« * Große Kreisstadt Zittau: »Zittaus Marktplatz – ein cooler Kern« Alle Projektskizzen sind auf der Homepage des Wettbewerbs (www.abindiemitte-sachsen.de) einsehbar. Hintergrund Der Wettbewerb »Ab in die Mitte! Die City-Offensive Sachsen« ist im Freistaat ein erfolgreiches Instrument zur kreativen und nachhaltigen Innenstadtbelebung. Bei dem 2004 ins Leben gerufenen Wettbewerb handelt es sich um eine »Public Private Partnership« – eine von der privaten Wirtschaft (Industrie- und Handelskammern und weitere Sponsoren) gemeinsam mit dem Freistaat Sachsen getragene Initiative. Der Freistaat stellte auch in diesem Jahr mehr als 300.000 Euro für die Preisgelder bereit. Alle Kosten, die über die Preisgelder hinausgehen, trägt die Wirtschaft. -
Mehrere Feststellungen bei Komplexkontrolle | Mutmaßlicher Ladendieb dingfest gemacht und festgenommen | Polizei ermittelt wegen schweren Raubes
Chemnitz= Mehrere Feststellungen bei Komplexkontrolle Zeit: 05.11.2026, 14:00 Uhr bis 21:00 Uhr Ort: OT Zentrum und OT Sonnenberg (4391) Zur Bekämpfung der Straßen- und Betäubungsmittelkriminalität führte die Polizeidirektion Chemnitz erneut eine sogenannte Komplexkontrolle mit den Einsatzschwerpunkten Schillerplatz, Stadtzentrum sowie dem Sonnenberg durch. Beteiligt daran waren in Summe 85 Polizistinnen und Polizisten, darunter auch Einsatzkräfte der sächsischen Bereitschaftspolizei. Während der Kontrollzeit konnten mehrere Personen gestellt werden, die zuvor verbotenerweise mit Cannabis oder verschreibungspflichtigen Medikamenten gehandelt hatten. Am Schillerplatz beispielsweise kontrollierten die Einsatzkräfte am Nachmittag einen mutmaßlichen Dealer (19). Bei ihm fanden die Polizisten sieben Dolden Marihuana. Gegen den Tatverdächtigen (Staatsangehörigkeit: Guinea) wurde eine entsprechende Anzeige erstattet. Bei der Kontrolle eines 32-Jährigen an derselben Örtlichkeit am frühen Abend stellten die Polizisten ebenfalls Marihuana sicher. Gegen den afghanischen Staatsbürger wurde ebenfalls ein Ermittlungsverfahren eröffnet. Bei einer weiteren Kontrolle durchsuchten die Beamten einen 34-Jährigen (algerisch) an der Zentralhaltestelle und entdeckten bei ihm knapp 30 verschreibungspflichtige Tabletten. Es wurde eine entsprechende Anzeige erstattet. Mit Abschluss des Polizeieinsatzes wurden in Summe neun Strafanzeigen gegen Männer im Alter zwischen 19 und 36 Jahren unter anderem wegen Verstößen gegen das Konsumcannabisgesetz, das Arzneimittelgesetz sowie wegen Diebstahls gefertigt. (mg) Mutmaßlicher Ladendieb dingfest gemacht und festgenommen Zeit: 05.11.2026, 14:35 Uhr polizeibekannt Ort: OT Hilbersdorf (4392) Polizisten nahmen am Donnerstagnachmittag einen 26-Jährigen nach einem Diebstahl fest. Zudem leistete der Mann bei seiner Festnahme erheblichen Widerstand. Zuvor war ein Ladendetektiv (63) eines Bekleidungsgeschäfts in einem Einkaufszentrum am Thomas-Mann-Platz auf einen jungen Mann und drei Begleiter aufmerksam geworden. Nachdem der Mann eine Jacke an sich genommen hatte und damit das Geschäft verlassen wollte, stoppte der 63-Jährige den mutmaßlichen Dieb. In der Folge schlug der Gestellte nach dem Mitarbeiter und zeigte ihm einen pistolenartigen Gegenstand in seinem Hosenbund. Er ließ daraufhin von dem Täter ab, welchem anschließend mit der Jacke (Wert: ca. 70 Euro) und seinen Begleitern die Flucht gelang. Der unverletzte Ladendetektiv verfolgte die Gruppe, sah sie in einen nahegelegenen Supermarkt gehen und informierte die Polizei. Alarmierte Einsatzkräfte aus der gestrigen Komplexkontrolle machten wenig später den Täter in dem Supermarkt ausfindig und wollten ihn festnehmen. Dabei leistete der Gestellte (26) erheblichen Widerstand. Er wurde letztlich durch die Polizisten zu Boden gebracht und festgenommen. Der 26-Jährige (libysche Staatsangehörigkeit) wurde dabei leicht verletzt und auf ein Polizeirevier gebracht. Bei ihm fanden die Einsatzkräfte zudem ein Reizstoffsprühgerät im Hosenbund, welches eine Art Pistolengriff aufwies. Das Diebesgut wurde bei ihm aufgefunden und sichergestellt. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Chemnitz soll der 26-Jährige heute am Amtsgericht Chemnitz einem Richter vorgeführt werden. Die Ermittlungen gegen ihn wegen Diebstahls mit Waffen sowie Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte dauern indes an. (mg) Polizei ermittelt wegen schweren Raubes Zeit: 05.11.2026, 14:00 Uhr Ort: OT Zentrum (4393) Am Donnerstagnachmittag kam es in einem Geschäft in der Brückenstraße zu einem Polizeieinsatz wegen schweren Raubes. Bei dem Tatgeschehen wurde ein Mitarbeiter des Ladens leicht verletzt. Ein derzeit unbekannter Mann hatte das Geschäft betreten und den Mitarbeiter (41) zunächst in ein Gespräch verwickelt. Anschließend sprühte der Unbekannte unvermittelt mit Reizgas, woraufhin der 41-Jährige die Räumlichkeit unverzüglich verlassen wollte. Dabei packte der Täter den Geschädigten, versuchte ihn festzuhalten und besprühte ihn nochmals mit dem Reizgas. Der 41-Jährige konnte sich losreißen, in Sicherheit bringen und Mitarbeiter eines benachbarten Ladens um Hilfe bitten. Diese verständigten die Polizei und den Rettungsdienst. Bei Eintreffen der alarmierten Beamten wurde der Geschädigte bereits durch Rettungskräfte medizinisch versorgt. Im Rahmen der polizeilichen Maßnahmen wurde bekannt, dass der Täter mehrere Mobiltelefone im Gesamtwert von etwa 3.000 Euro aus dem Geschäft entwendete. Trotz sofortiger Fahndungsmaßnahmen konnte der Flüchtige im Umfeld nicht mehr gestellt werden. Die Ermittlungen wegen schweren Raubes dauern indes an. (mou) Mutmaßlicher Ladendieb in Haft Zeit: 05.11.2026, 12:35 Uhr Ort: OT Hilbersdorf (4394) In einem Geschäft eines Einkaufszentrums am Thomas-Mann-Platz sind am gestrigen Donnerstagmittag zwei mutmaßliche Ladendiebe (w/18, m/23) gestellt worden. Für den 23-Jährigen folgte die Festnahme und der Tag endete für ihn in einer Justizvollzugsanstalt. Ein Ladendetektiv (53) hatte das Duo dabei beobachtet, wie es gemeinschaftlich Kosmetik- und Hygieneartikel im Gesamtwert von etwa 225 Euro entwendete. Die Waren verstauten die beiden in einem mitgeführten Rucksack und verließen den Laden anschließend, ohne die Artikel zu bezahlen. Der 53-jährige Ladendetektiv sprach die mutmaßlichen Langfinger daraufhin an und verständigte die Polizei. Im Zuge der polizeilichen Maßnahmen wurde bekannt, dass gegen den 23-Jährigen ein offener Vollstreckungshaftbefehl vorlag. Die Zahlung der ausstehenden Geldstrafe konnte der Tatverdächtige nicht aufbringen, sodass für ihn die Inhaftierung in einer Justizvollzugsanstalt folgte. Dessen 18-jährige Komplizin wurde nach Beendigung der erforderlichen Erstmaßnahmen entlassen. Derweil laufen gegen die beiden deutschen Tatverdächtigen die Ermittlungen wegen Diebstahls. (mou) Mädchen bei Zusammenstoß schwer verletzt Zeit. 05.11.2026, 16:00 Uhr Ort: OT Zentrum (4395) Der 25-jährige Fahrer eines Linienbusses MAN befuhr am Donnerstagnachmittag die Nebenfahrbahn der Bahnhofstraße aus Richtung Zentralhaltestelle in Richtung Rosenhof. Gleichzeitig überquerte ein sechsjähriges Mädchen mit seinem Fahrrad die Nebenfahrbahn aus Richtung Bernsdorfer Straße kommend in Richtung Stadtzentrum. Es kam zum Zusammenstoß zwischen dem Linienbus und der Sechsjährigen, die dabei schwere Verletzungen erlitt. An den Fahrzeugen entstand Sachschaden in Höhe von etwa 1.000 Euro. (Kg) Haltenden Lkw übersehen? Zeit: 06.11.2026, 00:45 Uhr Ort: OT Stelzendorf (4396) In der Nacht zum Freitag ereignete sich auf der Neefestraße ein Verkehrsunfall, bei dem eine Person leicht verletzt wurde. Der 46-jährige Fahrer eines Pkw VW fuhr dabei auf einen Sattelzug Scania, der verkehrsbedingt auf dem rechten Fahrstreifen hielt. Der VW-Fahrer verletzte sich bei dem Aufprall und wurde zur weiteren medizinischen Versorgung in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht. Der entstandene Sachschaden beläuft sich insgesamt auf etwa 12.000 Euro. (HP) Motorradfahrer gestürzt Zeit: 05.11.2026, 12:55 Uhr Ort: OT Schloßchemnitz (4397) Der 17-jährige Fahrer eines Leichtkraftrads bog am Donnerstag von der Blankenauer Straße nach links in die Emilienstraße ab. Offenbar erkannte der Kradfahrer einen dort parkenden Pkw Kia zu spät, bremste stark und stürzte gegen das Auto. Der Jugendliche wurde bei dem Unfall leicht verletzt und zur medizinischen Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Der entstandene Sachschaden an beiden Fahrzeugen wird auf insgesamt etwa 500 Euro geschätzt. (HP) Bei Rot gefahren? Zeit: 05.11.2026, 11:00 Uhr Ort: OT Zentrum (4398) An der Ampelkreuzung August-Bebel-Straße/Dresdner Straße ereignete sich am Donnerstagmittag ein Verkehrsunfall mit erheblichem Sachschaden. Der 88-jährige Fahrer eines Pkw Dacia fuhr dabei offenbar bei »Rot« in die Kreuzung ein und kollidierte mit einem Kleintransporter Iveco, der von einem 42-Jährigen geführt wurde. Beide Fahrer erlitten bei dem Unfall nach dem derzeitigen Kenntnisstand leichte Verletzungen. An den Fahrzeugen entstand Sachschaden von insgesamt etwa 20.000 Euro. (HP) Landkreis Mittelsachsen Zwei Tage Tiertransportkontrollen - mehrere Verstöße festgestellt Zeit: 03.11.2026 und 05.11.2026 Ort: Lichtenau, Bundesautobahn 4, und Döbeln, Bundesautobahn 14 (4399) Tiertransportkontrollen standen im Tagesverlauf des vergangenen Dienstages als auch Donnerstages im Fokus der Chemnitzer Verkehrspolizeiinspektion. Gemeinsam mit dem Veterinäramt des Landkreises Mittelsachsen postierten sich die Beamten an der Autobahn 4 und der Autobahn 14. Die Kontrollen der gewerblichen Tiertransporte hinsichtlich der Einhaltung der Tierschutztransportverordnung, straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften und Lenk- und Ruhzeiten sowie der mitzuführenden Dokumente erfolgten dann im Olipark und auf dem Autohof Döbeln. Über 20 Fahrzeuge, davon 19 Tiertransporte, nahmen die Polizisten unter die Lupe. Insgesamt 40 Ordnungswidrigkeit kamen dabei zutage. Dabei handelt es sich u. a. um technische Mängel oder Verstöße gegen das Fahrpersonalgesetz (Lenk- und Ruhezeiten). Zum anderen werden einige Verstöße gegen Tierschutztransportverordnungen geprüft. Bei einem Lkw beispielsweise, der drei Pferde transportierte, waren weder ein Fahrtenschreiber eingebaut noch konnte eine erforderliche Genehmigung für einen Langzeittransport bis nach Polen vorgelegt werden. Für die Verstöße könnte eine Strafe in vierstelliger Höhe auf den Betroffenen zukommen. Bei einem mit 13 Rindern beladenen Transport wurden gesundheitlich beeinträchtigte Tiere festgestellt. Ein Tier lag und konnte nur schwer aufstehen, ein weiteres hatte womöglich durch den Transport verursachte Verletzungen am Bewegungsapparat, was nun weitere Prüfungshandlungen nach sich zieht. Für den Fahrer folgten zunächst Ordnungswidrigkeitsanzeigen wegen darüber hinaus festgestellter Verstöße gegen das Fahrpersonalgesetz. (ds) Auffahrunfall an Ampel Zeit: 05.11.2026, 12:05 Uhr Ort: Jahnatal, OT Ostrau (4400) Am Donnerstagmittag befuhren der 20-jährige Fahrer eines Renault-Kleintransporters und der 58-jährige Fahrer eines Pkw VW die B 169 aus Richtung Döbeln in Richtung Oschatz. An der ampelgeregelten Kreuzung B 169/Kirchstraße hielt der VW-Fahrer verkehrsbedingt an. Der nachfolgende Kleintransporter-Fahrer fuhr auf den VW, wobei Sachschaden in Höhe von insgesamt etwa 2.500 Euro entstand. Die Beifahrerin des VW erlitt bei dem Unfall leichte Verletzungen. (Kg) Umgekippter Pkw und sechs Verletzte nach Kollision Zeit: 05.11.2026, 18:05 Uhr Ort: Hartmannsdorf (4401) Von der Plantagenstraße kreuzte am Donnerstagabend die 72-jährige Fahrerin eines Pkw Skoda die bevorrechtigte Herrenhaider Straße in Richtung Hartmannsdorfer Straße. Dabei kam es zur Kollision mit einem auf der Herrenhaider Straße fahrenden Pkw Audi (Fahrerin: 57). Durch den Anstoß kippte der Skoda auf die linke Fahrzeugseite um und kollidierte dabei noch mit einem in der Hartmannsdorfer Straße verkehrsbedingt haltenden Pkw Kia (Fahrer: 62). Bei dem Unfall wurden die Skoda-Fahrerin, ihr Beifahrer (86) sowie drei weitere Mitfahrerinnen (71, 72, 93) des Skoda und die Audi-Fahrerin leicht verletzt. Der entstandene Sachschaden beziffert sich insgesamt auf etwa 15.000 Euro. (Kg) Scheune in Brand geraten Zeit: 05.11.2026, 15:20 Uhr polizeibekannt Ort: Mulda, OT Zethau (4402) Am Donnerstagnachmittag wurde der Polizei über die Rettungsleitstelle der Brand einer Scheune in der Straße Zethau bekannt. Aus bislang ungeklärter Ursache war das Gebäude in Brand geraten und vollständig niedergebrannt. Verletzt wurde niemand. Kameraden der Feuerwehr waren bis in die späten Abendstunden in die Löscharbeiten eingebunden. Ein Brandursachenermittler der Chemnitzer Kriminalpolizei wird am Brandort zum Einsatz kommen. Angaben zum entstandenen Sachschaden stehen noch aus. (mou) Erzgebirgskreis Sechs beschädigte Fahrzeuge Zeit: 04.11.2026 bis 05.11.2026 Ort: Eibenstock (4403) Vermutlich in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag wurden in der Vodelstraße insgesamt sechs am Fahrbahnrand geparkte Pkw Ziel von Vandalismus. Die Fahrzeuge wurden jeweils im Bereich der Frontscheibe beschädigt. An einem Mercedes wurde zudem der Mercedes-Stern abgebrochen. Der Gesamtsachschaden beläuft sich auf etwa 6.000 Euro. Die Polizei hat die Ermittlungen wegen Sachbeschädigung aufgenommen und geht Hinweisen zur Täterschaft nach. (HP) »Blaufahrt« ohne Fahrerlaubnis Zeit: 05.11.2026, 23:30 Uhr Ort: Schneeberg (4404) Am späten Donnerstagabend kontrollierte eine Polizeistreife in der Kobaltstraße den Fahrer eines Pkw Ford. Dabei stellte sich heraus, dass der Mann (44) nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis war. Ein im Rahmen der Kontrolle durchgeführter Atemalkoholtest ergab einen Wert von 1,34 Promille. Der deutsche Staatsangehörige musste sich daraufhin einer Blutentnahme unterziehen. Gegen ihn wurden Strafverfahren wegen Trunkenheit im Verkehr und Fahrens ohne Fahrerlaubnis eingeleitet. (HP) Beute in Schließfächern gemacht Zeit: 05.11.2026, 14:30 Uhr bis 18:00 Uhr Ort: Marienberg (4405) Am gestrigen Nachmittag brachen Unbekannte im Umkleidebereich eines Freizeitbetriebes in der Straße Am Lautengrund drei Schließfächer auf. Aus einem Spint stahlen die Täter einen Beutel mit u. a. einer Geldbörse, in welcher sich beispielsweise Ausweisdokumente sowie ein dreistelliger Bargeldbetrag befanden. Der Stehlschaden beträgt mehrere hundert Euro. Auch an zwei weiteren Spinten machten sich die Langfinger zu schaffen. Aus diesen entwendeten sie unter anderem diverse Kleidungsstücke, Bargeld, Geldkarten sowie jeweils einen Autoschlüssel für einen weißen Pkw Skoda (Erstzulassung: Jahr 2026) sowie einen grauen Geländewagen Ford (Erstzulassung: Jahr 2021). Die beiden auf einem angrenzenden Parkplatz abgestellten Fahrzeuge stahlen die Täter in der Folge auch. Der Stehlschaden beziffert sich in diesen Fällen insgesamt auf einen hohen fünfstelligen Betrag. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und prüft zudem Tatzusammenhänge zu einem ähnlich gelagerten Vorfall in Freiberg (siehe Medieninformation Nr. 404 der PD Chemnitz vom 5. November 2026, Meldung 4381). (mou) Anhänger brachen aus Zeit: 05.11.2026, 10:55 Uhr Ort: Olbernhau, OT Haselbach (4406) Am Donnerstagvormittag befuhr der 20-jährige Fahrer eines Traktors mit zwei Anhängern die K 8113 aus Richtung Forchheim in Richtung Haselbach. Ungefähr 700 Meter vor dem Ortseingang Haselbach brach auf einer Gefällestrecke beim Bremsen der zweite Anhänger aus und zog den vorderen Anhänger mit. Dieser kollidierte dann mit einem entgegenkommenden, am Fahrbahnrand anhaltenden Mercedes-SUV (Fahrer: 43). Verletzt wurde bei dem Unfall niemand. Es entstand Sachschaden in Höhe von insgesamt etwa 82.000 Euro. (Kg) -
LÜKEX 26: Sachsen übt Krisenmanagement für Dürre- und Hitze-Szenario
Die zweitägige Länder- und Ressortübergreifende Krisenmanagementübung (LÜKEX 26) hat den Verwaltungsstab des Freistaates Sachsen vor die Herausforderung eines extremen Dürre- und Hitze-Szenarios gestellt. An der bisher größten nationalen Krisenmanagementübung beteiligte sich Sachsen mit dem ressortübergreifenden Verwaltungsstab beim Sächsischen Staatsministerium des Innern, der Sächsischen Staatskanzlei sowie allen Ministerien. Insgesamt übten in Sachsen über 100 Personen. Das bundeseinheitliche Übungsszenario beschreibt eine fünfjährige Dürre mit massiven Auswirkungen auf Menschen, Natur und Wirtschaft, verschärft durch eine Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 45 Grad. In den zwei Übungstagen waren die verantwortlichen Teilnehmer in Sachsen gefragt, strategische Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung sowie zur Krisenkommunikation zu konzipieren. Amtschef Ulf Bandiko: »Dürre und Hitze sind schleichende Entwicklungen, die sich über Jahre aufbauen und auf die man sich einstellen kann und auf die wir uns auch einstellen müssen. Anspruchsvoll an solch einem Lagebild ist die Breite der Auswirkungen, da nahezu jeder Lebensbereich und damit fast jede Verwaltungsaufgabe betroffen ist sowie eine Abstimmung über Zuständigkeiten hinweg erfordert. Der Verwaltungsstab hat die Szenarien realistisch, konzentriert und systematisch abgearbeitet. Wir haben gesehen, wo unsere Stärken liegen und wo wir nachjustieren müssen. Die Erkenntnisse fließen unmittelbar in unsere weitere Arbeit ein, damit Sachsen noch sicherer wird.« Der Freistaat Sachsen trainiert und verbessert durch die Teilnahme an der LÜKEX 26 sowohl seine eigenen Krisenmanagementstrukturen und -prozesse als auch die strategische Zusammenarbeit mit dem Bund und den anderen Ländern. -
Versammlung »Gedenken an das jüdische Leben in der Stadt Bautzen«: Eilantrag erfolgreich
Mit Beschluss vom 6. November 2026 hat das Verwaltungsgericht Dresden einem Eilantrag des Veranstalters gegen eine behördliche Beschränkung einer Versammlung stattgeben. Die Versammlung kann wie geplant am 9. November 2026 auf dem Kornmarkt in Bautzen stattfinden. Die Versammlungsbehörde – das Landratsamt Bautzen – hatte dem Veranstalter mit Bescheid vom 2. November 2026 mitgeteilt, er könne die Versammlung nicht am 9. November 2026 von 15:20 Uhr bis 19:00 Uhr auf dem Kornmarkt durchführen, da an jedem Montag dort die »Montagsmahnwache« stattfinde. Die Versammlungsbehörde hatte dem Veranstalter als Alternative zu Versammlungsort und -zeit angeboten, die Versammlung auf den Hauptmarkt oder auf den Platz vor dem Deutsch-Sorbischen Volkstheater zu verlegen oder die Versammlung auf dem Kornmarkt bis 17:30 Uhr zu beenden. Das Verwaltungsgericht hat entschieden, dass dieser Bescheid nach summarischer Prüfung rechtswidrig ist. Es hat deshalb dem Antrag des Veranstalters auf aufschiebende Wirkung seines Widerspruchs stattgegeben. Die tragenden Gründe des Verwaltungsgerichts sind folgende: Zum Kern der Versammlungsfreiheit gehöre auch das Selbstbestimmungsrecht des Veranstalters, über Ort, Zeitpunkt und Art einer Versammlung entscheiden zu können. Komme es zu einer Interessenkollision, hier etwa wegen mehrerer geplanter Versammlungen, habe die Versammlungsbehörde zu ermöglichen, dass die Teilnehmer aller Versammlungen ihr Grundrecht wahrnehmen können. Die hier vom Landratsamt Bautzen zu Lasten des Antragstellers der Gedenkversammlung getroffene Abwägungsentscheidung sei rechtswidrig. Zwar könne bei konkurrierenden Versammlungen grundsätzlich demjenigen der Vorrang für einen Versammlungsort und eine Versammlungszeit eingeräumt werden, der seine Versammlung zuerst angezeigt habe (Prioritätsgrundsatz). Es müssten aber auch die Gründe berücksichtigt werden, die ein anderer Anmelder für die Wahl von Versammlungsort und -zeit geltend mache. Die Versammlungsbehörde habe zwar den Prioritätsgrundsatz erkannt, ihm aber im Ergebnis ein zu hohes Gewicht beigemessen. Hier sei der inhaltliche, zeitliche und örtliche Kontext der Gedenkversammlung zum Kornmarkt in Bautzen nicht ausreichend beachtet worden. Denn nach dem Pogrom gegen die jüdische Bevölkerung am 9. November 1938 sei diese am 10. November 1938 auf dem Kornmarkt zusammengetrieben und über viele Stunden hinweg öffentlich gedemütigt worden. Daher sei der Antragsteller der Gedenkversammlung besonders darauf angewiesen, die Versammlung dort abzuhalten. Das gelte auch für die teilweise abendliche Versammlungszeit, weil das Pogrom gegen die jüdische Bevölkerung 1938 überwiegend in den Abendstunden des 9. November und in der Nacht zum 10. November stattgefunden habe. Demgegenüber könnten die Veranstalter der »Montagsmahnwachen« keinen gleich wichtigen zeitlichen oder örtlichen Bezug geltend machen. Sie könnten auch nicht darauf vertrauen, dass ihre als Dauermahnwache angezeigten und seit Februar 2021 durchgeführten Versammlungen stets der Vorrang einzuräumen wäre. Gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichts steht dem Landkreis Bautzen das Rechtsmittel der Beschwerde zum Sächsischen Oberverwaltungsgericht mit Sitz in Bautzen zu. Aktenzeichen: 6 L 918/26 -
»Kinderspiel? Von wegen!«– Ausstellungseröffnung am 9. November im Haus Rabe in Zwenkau
Die Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus Barbara Klepsch nimmt am kommenden Montag (9. November 2026) an der Eröffnung der Ausstellung »Kinderspiel? Von wegen!« im Haus Rabe in Zwenkau teil und spricht ein Grußwort. Die Ausstellung ist der Beitrag von Haus Rabe zum Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen. Sie entstand als Gemeinschaftsprojekt von Haus Rabe und dem DPFA-Regenbogen-Gymnasium Zwenkau. Kern des Projektes sind Reproduktionen von Kinderzeichnungen, die zwischen 1942 und 1944 im Ghetto Theresienstadt unter Anleitung der Bauhaus-Künstlerin Friedl Dicker-Brandeis entstanden sind sowie Zeichnungen von Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Zwenkau, die sich mit den Themen der Zeichnungen aus Theresienstadt aus heutiger Perspektive beschäftigen und zu den Bildern aus Theresienstadt in Beziehung gesetzt werden. »Die neue Ausstellung ist ein beeindruckender Beitrag zum Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen an diesem symbolträchtigen 9. November. Als wir das Themenjahr auf den Weg gebracht haben, war unser Ziel klar: Wir wollen jüdische Geschichte und Kultur in ganz Sachsen sichtbar machen – gerade auch abseits der Großstädte. Jüdische Geschichte prägt Familiengeschichten und Gebäude – wie das Haus Rabe. Es ist wunderbar, dass dieses Gesamtkunstwerk der Klassischen Moderne seit einigen Jahren wieder öffentlich zugänglich ist. Die neue Ausstellung »Kinderspiel? Von wegen!« verbindet die Geschichte dieses Hauses auf ergreifende Weise mit dem Erbe des Bauhauses und dem Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus. Sie zeigt uns, wie wichtig es ist, auch unter schwierigsten Bedingungen Menschlichkeit zu bewahren und füreinander einzustehen. Dass sich nun junge Menschen diesen komplexen Themen genähert und eigene künstlerische Antworten gefunden haben, berührt mich sehr. Das ist kulturelle Bildung im besten Sinne: Sie vermittelt nicht nur Wissen, sondern eröffnet neue Perspektiven auf unsere Gegenwart. Ich danke allen von Herzen, die dieses Gemeinschaftsprojekt möglich gemacht haben: dem Team des Hauses Rabe, der Kulturstiftung Landkreis Leipzig, den beteiligten Lehrkräften und natürlich ganz besonders den jungen Künstlerinnen und Künstlern«, sagt Sachsens Kultur- und Tourismusministerin Barbara Klepsch anlässlich der Ausstellungseröffnung. Hintergrundinformationen zur Ausstellung und zum Haus Rabe Friedl Dicker-Brandeis war eine österreichische Bauhaus-Schülerin, Malerin und Kunstpädagogin jüdischer Abstammung. Als überzeugte Antifaschistin und Kommunistin wurde sie 1933 kurzzeitig inhaftiert und floh anschließend nach Prag. 1936 heiratete sie ihren Cousin Pavel Brandeis. Im Dezember 1942 wurde das Ehepaar in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Obwohl Schulunterricht im Ghetto streng verboten war, gab Dicker-Brandeis heimlich Zeichen- und Kunsttherapiestunden für Kinder. Sie wollte den Kindern ermöglichen, durch das Zeichnen Traumata zu verarbeiten und ihrer Realität einen Raum der Freiheit entgegensetzen. Als ihr Mann nach Auschwitz deportiert wurde, meldete sich Friedl Dicker-Brandeis freiwillig für den Transport, um bei ihm zu sein. Sie wurde am 6. Oktober 1944 nach Auschwitz-Birkenau deportiert und dort am 9. Oktober 1944 ermordet. Ihr Mann überlebte das Lager. Rund 4.500 der von ihr betreuten Kinderzeichnungen wurden vor ihrer Deportation versteckt und überdauerten den Krieg. Die Werke befinden sich heute überwiegend im Jüdischen Museum in Prag und sind Teil der Sammlung von Yad Vashem. Die Schülerinnen und Schüler der siebten Klasse am Gymnasium Zwenkau haben Bilder zu ähnlichen Themen wie die Kinder von Theresienstadt gemalt. An den Wänden des Hauses Rabe sollen diese Bilder in Dialog treten. Über die Kooperation mit Schulen möchte Haus Rabe junge Besucherinnen und Besucher für die Themen des Hauses gewinnen und dazu anregen, sich künstlerisch mit Fragen der Gegenwart und der Erinnerungskultur auseinanderzusetzen. Ein direkter Bezug von Haus Raube zum Lager Theresienstadt ergibt sich daraus, dass Erna Rabe, Frau von Erich Rabe, als Jüdin noch im Februar 1945 nach Theresienstadt deportiert wurde. Erna Rabe war dort als Krankenschwester tätig und überlebte das Ghetto; nach dem Krieg kehrte sie nach Zwenkau zurück. Insgesamt 14 ihrer Familienmitglieder wurden deportiert und ermordet. Haus Rabe wurde zwischen 1929 und 1931 im Stil der Klassischen Moderne nach Plänen des Architekten Adolf Rading in Zwenkau als Wohnhaus für Erna und Erich Rabe erbaut. Die künstlerische Ausgestaltung der modernen Wohn- und Praxisräume übernahm der Bauhaus-Künstler Oskar Schlemmer. Das Haus und große Teile der Inneneinrichtung sind im ursprünglichen Zustand erhalten, das Haus ist heute als »Gesamtkunstwerk« der Klassischen Moderne zu erleben. Bis 1994 blieb das Haus in Besitz der Familie Rabe, dann wurde es an den Kunstmäzen Horst Schmitter verkauft, der es mit großem Aufwand sanieren ließ. Seit 2015 gab es Bemühungen, das Haus in die Trägerschaft einer Stiftung zu geben und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Im Oktober 2020 wurde das Haus durch die Kulturstiftung Landkreis Leipzig übernommen und zu einem Ausstellungs- und Veranstaltungsort entwickelt. Seit dem 1. Juli 2021 ist es für die Öffentlichkeit zugänglich. https://tacheles.sachsen.de/ https://haus-rabe.space/